Unsere Geschichte

Gründung

Am 2. Mai 1886 trafen sich Stadtdekan Blasius Egger, die Stadtkooperatoren Zeno Maring und Simon Brugger, Alois Maas (Uhrmacher), Joseph Huber (Baumeister), Joseph Leitner (Schmiedemeister) Joseph Kantioler (Portier beim Fürstbischof) Anton Mayr (Tischlermeister und späterer Finsterwirt) und Franz Graf Schaffgotsch zur konstituierenden Sitzung im Pfarrwidum von Brixen und beschlossen, mit Gottes Hilfe einen Vinzenz-Verein zu gründen.

Anton Mayr wurde zum ersten Präsidenten gewählt, Kooperator Maring zum Sekretär und Alois Mass zum Kassier. Joseph Kantioler übernahm die Stelle des Magazineurs. Fürstbischof Simon Aichner hatte das Protektorat übernommen. Dank seiner Unterschützung und weiteren Spenden konnte sofort begonnen werden, bedürftige Menschen mit Lebensmitteln, Kleidern und Heizmaterial zu versorgen.
Weiters beschloss die Konferenz, den hl. Erzengel Michael als Patron zu wählen.

1889 errichtete die Konferenz eine Leihbibliothek mit mehr als 660 Bänden, um den betreuten Familien nicht nur materielle, sondern auch geistige Unterschützung zu bieten

1896 wurde auf Anregung des tätigen Mitgliedes Prof. Sigmund Waitz (von 1934 – 1941 Erzbischhof von Salzburg) ein Antoniusbrot-Opferstock in der Frauenkirche aufgestellt. Mit dem gespendeten Geld wurde Brot gekauft und jeden Dienstag an die Armen verteilt.

Bereits früh wurde auch eine Kleiderkammer eingerichtet.

Seit 1936 arbeiten in der Vinzenz-Konferenz auch Vinzenzschwestern und Vinzenzhelferinnen mit, die seither die Konferenz mit ihren vielfältigen Diensten bereichern.

Anton Mayr

Tischlermeister und Finsterwirt, Präsident der Brixner Vinzenz-Konferenz seit deren Gründung 1886 bis zu seinem Tode 1935. Anton Mayr war auch bis zu seinem Tod, Zentralpräsident der Südtiroler Vinzenz-Gemeinschaft.

Vinzenz von Paul

* 24. April 1581 † 27. September 1660 in Paris

Vinzenz von Paul, der als drittes von sechs Kindern geborene Sohn der Bauernfamilie Depaul, wurde von seiner Familie zum Priesterberuf bestimmt. Schon im Alter von 19 Jahren wurde der strebsame junge Mann zum Priester geweiht, fand aber keine Anstellung. Als Notlösung arbeitete er in einem Internat in Toulouse.

Der Hl. Vinzenz von Paul ist Patron aller caritativen Vereine und Werke, des Klerus, der Waisen- und Krankenhäuser, der Gefangenen und für das Wiederfinden verlorener Sachen.

Frèdèric Ozanam

* 23. April 1813 in Mailand † 8. September 1853 in Marseille

Frèdèric Ozanam war der Sohn französischer Eltern. Seine Vorfahren waren vom Judentum zum Katholizismus konvertiert. Ozanams Vater war zunächst Offizier der französischen Armee, dann ging er nach Mailand, wo er als Armenarzt bekannt wurde. Er behandelte viele seiner Patienten kostenlos. 1815 kam Frèdèric mit seinen Eltern von deren Heimatstadt nach Lyon, von wo er 1831 nach Paris übersiedelte. Er studierte zunächst Jura, schloss diese Ausbildung 1836 als Dr. jur. ab, dann Literaturwissenschaft und arbeitete ab 1837 als Professor für Handelsrecht in Lyon. 1839 promovierte er zum Dr. phil.

Bereits in seiner Studienzeit griff Ozanam die Gedanken von Vinzenz von Paul auf und gründete 1833 die caritative studentische Konferenz die später den Namen Vinzenz-Konferenz annahm. Als Führer der katholischen Studentenschaft forderte er zeitnahe religiöse Bildung und die Zulassung von Laien zum priesterlichen Dienst. An der Schwelle des Industriezeitalters war er einer der ersten, der planvoll gemeinschaftliche Hilfe für Notleidende organisierte. Er verankerte die von Vinzenz von Paul begründete Hilfe für notleidende Nächste wieder als allgemeine christliche und gesellschaftliche Aufgabe im Bewusstsein seiner Zeit. Gerade die Kirche sei dazu berufen, sich energisch der Schwächeren anzunehmen. Die Prinzipien der Französischen Revolution – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – erschienen ihm als der vollendete Ausdruck der Forderungen des Evangeliums.